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Kawendelmarsch

Der Karwendelmarsch    oder

Der Wolf im Schafspelz   oder

Premiere für Nikolas Arnold

Von einem Geschäftskollegen von Johannes auf den Karwendelmarsch in Österreich aufmerksam gemacht, entschlossen wir ganz kurzfristig auch an dem Lauf teilzunehmen. Die Onlineanmeldung war bereits geschlossen, aber wir konnten uns am Freitagmorgen in Scharnitz nachmelden und noch 3 der wenigen aber sehr begehrten Startplätze ergattern. 

Wählen kann man zwischen 35 km / + knapp 1600 HM und 52 km / + knapp 2200 HM Laufen, Marschieren und Walken. Wir entschieden uns zu laufen. Die Strecke führt von Scharnitz über den Ort Eng bis nach Pertisau, dem sogenannten Adlerweg.

Um pünktlich am Start zu sein, fuhren wir kurz nach 5.00 morgens von unserem 10 km entfernten Hotel nach Scharnitz und….. landeten im Stau. Stau in beide Richtungen und das um 5.20. Urlauber auf der Durchfahrt, Läufer, die einen Parkplatz suchten….es ging fast nichts mehr. Da kam Panikstimmung auf. Aber irgendwann wurden wir auf einen Parkplatz geleitet, der allerdings ein Stück außerhalb von Scharnitz lag. Froh darüber, unser Auto endlich abgestellt zu haben machten wir uns auf den ca. 1,5 km langen Weg zum Startgelände, naja, danach waren wir wenigstens eingelaufen.

Im Startbereich trafen wir den völlig entspannten Kollegen von Johannes, wünschten uns gegenseitig einen guten Lauf und kurz darauf, pünktlich um 6.00 erfolgte der Startböller für die Läufer.

Der Weg führte uns noch im Dunkeln die ersten paar hundert m flach am Startgelände vorbei und schlängelte sich dann gemächlich und sachte ansteigend den Berg hinauf. Bald tauchte die Sonne hinter den Bergen auf, auf den Wiesen lag Bodennebel, ein stimmungsvolles Bild.

Nach ca.9,5 km kam die erste Verpflegungsstation, die hier Labestation genannt wird. Nach einer kurzen Rast ging es weiter, wieder sanft ansteigend den Berg rauf und ich fragte mich schon, warum ich eigentlich die Stöcke mitgeschleppt hatte, denn bisher waren sie eher lästig, als hilfreich. Nach weiteren 9 km und einem etwas steileren Anstieg erreichten wir das Karwendelhaus, die 2.Labestation. Hier wurden wir mit Kartoffelsuppe, Riegel, Obst und belegten Broten verköstigt und ich überlegte kurz, ob ich hier nicht bleiben soll….Frisch gestärkt und gut gelaunt liefen wir dann doch weiter. Jetzt ging es bergab, der Weg wurde zunehmend schwieriger zu laufen. Es wurde steil, man lief auf Geröll, jetzt war ich doch froh, die Stöcke dabei zu haben. Das  quälende Bergablaufen zog sich etwa 6 km hin, bis wir den Kleinen Ahornboden und die nächste Labestation erreichten. Auch danach führte uns der Weg weiter bergab, weiter durch ein Flussbett und auf der anderen Seite wieder steil bergauf, bis wir bei km 30 die Falkenhütte erreichten. Auf der anderen Seite mussten wir den Berg wieder runter und es wurde noch steiler. Auf ca. 2 km mussten 500 HM abwärts auf schwierigem Untergrund bewältigt werden um in den Ort Eng zu gelangen.

 

Nach 35km endete hier  Nikolas` Lauf, den er in 7.00 Stunden sehr gut gemeistert hatte.  Dies war  sein 1. Lauf überhaupt und dann noch ein Berglauf…..

Nachdem wir unseren Sohn verabschiedet hatten, machten wir uns auf die letzte Etappe. Aber, oh je, schon von weitem konnte man sehen wie es weitergeht. „Schlimmer geht immer“,  „ das Schlimmste kommt zum Schluss“ oder „der Wolf im Schafspelz“ und ähnliche Sprichwörter gingen mir im Kopf herum. Jedenfalls führte der Weg nun in kleinen Serpentinen ziemlich senkrecht den Berg rauf. Aber alles jammern half nichts, da mussten wir durch, bzw. hoch, um dann wieder genauso steil abzusteigen. Irgendwann hatten wir auch das geschafft und konnten die letzten 7 km wieder laufen und erreichten nach 10.07 in Pertisau das Ziel.

Das Highlight des Karwendelmarsches ist sein unglaublich schönes Bergpanorama, Natur pur, aber auch die Labestationen sind nicht zu verachten, die Verköstigung ist bestens, die Helfer sehr freundlich. Unterschätzen darf man den Lauf allerdings nicht. Er beginnt gemächlich, steigert sich und das Schlimmste kommt zum Schluss.