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Marion Gollnick wird Duathlon-Europameisterin

Bei der ETU Powerman Duathlon-Europameisterschaft im saarländischen Sankt Wendel war die Reilingerin Marion Gollnick von der ASG Tria Hockenheim erneut eine Klasse für sich und sicherte sich nach 3:55:43 Stunden über die Mitteldistanz den EM-Titel in der Altersklasse W45. Dass die Kaderathletin der deutschen Triathlon-Nationalmannschaft nichts dem Zufall überließ zeigte die Tatsache, dass Gollnick zeitig genug angereist war und vor allem die Radstrecke mit ihren teilweise gefährlichen Abfahrten wie ihre Westentasche kannte.

Bei idealen Bedingungen ließ die 48-jährige über 10 Kilometer Laufen, 64 Kilometer Radfahren und nochmals 10 Kilometer Laufen der Britin Kirsti Sharratt in 4:04:08 Stunden und ihrer Landfrau Katja Kruse in 4:12:30 Stunden nicht den Hauch einer Chance. In einem von Taktik geprägten Rennen ließ es die ASG-Powerfrau auf den ersten Zehn Kilometern auf Rang zwei liegend relativ ruhig angehen und verließ sich voll und ganz auf ihre Paradedisziplin, dem Radfahren. „Ein zu schnelles Anlaufen über die mit 250 Höhenmeter gepickte Laufstrecke hätte für den weiteren Verlauf des Wettkampfes fatale Folgen haben können“, so Gollnick zu ihrer zurückhaltenden Rennstrategie. 

Bei dem anschließenden 64 Kilometer langen Radfahren auf dem mit knapp 1000 Höhenmetern ebenfalls sehr anspruchsvollen Dreirundenkurs griff Gollnick an und zermürbte nacheinander ihre verzweifelten Kontrahentinnen. „Meine vorgegebene Strategie, die langen Anstiege für Angriffe zu nutzen, ging voll auf. Die Zwischenzeiten der einzelnen Teilstrecken bestätigten meine Taktik. Mit einem komfortablen Vorsprung von 8:25 Minuten auf die Britin und 16:46 Minuten auf Katja Kruse hatte ich meine persönliche Vorgabe erfolgreich umgesetzt“, so Gollnick mit dem Killerinstinkt zum weiteren Rennverlauf. Im Zeichen des sicheren Sieges konnte die zweifache Mutter sogar tiefenentspannt die nochmaligen 250 Höhenmeter beim abschließenden Zehnkilometerlauf nun noch einmal locker überwinden und ihre verkrampften Gesichtszüge entspannten sich dabei zusehends.

Der EM-Titel war der Reilingerin nicht mehr zu nehmen. In der Gesamtwertung der 44 Elite- Frauen belegte die 48-Jährige den 8. Platz und innerhalb der deutschen Frauennationalmannschaft kam Gollnick auf Rang 2 ins Ziel. „Mit meinem verstärkten Wintertraining hatte ich die Grundlage für diesen Erfolg gelegt. Was bei den deutschen Duathlon-Meisterschaften auf der Kurzstrecke vor einem Monat noch nicht gelang, schaffte ich jetzt auf der Mitteldistanz“, so die frischgebackene Europameisterin im Ziel.

Dagegen verfehlte Rüdiger Wiegand in 3:53:05 Stunden mit dem 4. Rang in der Altersklasse M50 nur denkbar knapp das Podium. Wiegand, nach dem ersten Lauf mit der nahezu gleichen Zeit wie Gollnick gestartet, lag dabei auf Platz 14 liegend, eigentlich schon fast aussichtslos zurück. Doch auch Wiegand konnte zeigen, dass ihm das Radfahren mehr liegt als das Laufen. Auch Rüdiger Wiegand hatte auf der schwierigen Radstrecke mit den zahlreichen knackigen Steigungen Gegner um Gegner überholt und nahm die zweiten 10 Kilometer an Position 5 liegend auf. Auf dem letzten Kilometer gelang es Wiegand noch den Briten Nick Mansley zu überholen und mit knappem Vorsprung auf Platz 4 ins Ziel zu kommen.