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Alpentour 5.-13. Juli 2014

Eine Rennradtour über 22.500 Höhenmeter und 1.000 Kilometer

Die verantwortlichen Tour-Organisatoren und Tour-Planer Thomas Claus und Heinz Schwegler von der Ausdauersportgemeinschaft hatten wieder eine 7-tägige Etappenfahrt ausgearbeitet, die es in sich hatte. Über 1000 Kilometer und unglaubliche 22.500 Höhenmeter mussten die Tour-Teilnehmer bewältigen. 34 Radfahrer aus dem gesamten Bundesgebiet und dem benachbarten Ausland, unter anderem aus Darmstadt, Wiesbaden, Bielefeld und Wien, hatten sich für Tortur in den französischen und italienischen Alpen angemeldet. Für die etwas schwächeren Fahrer hatten Thomas Claus und Heinz Schwegler eine Alternativroute von „nur“ 850 Kilometer und 16.000 Höhenmeter ausgetüftelt.

 

Bevor es in dem französischen Alpenort Thonon-les-Bains richtig losging, hatten die Tour-Teilnehmer auf der 470 Kilometer langen Busfahrt Gelegenheit sich im Reisebus zu entspannen und näher kennenzulernen. Schließlich waren unter den austrainierten Radcracks 17 ASGler und zehn Gastfahrer mit dabei, die regelmäßig bei den ASG-Etappenfahrten schon teilgenommen hatten. Schon traditionell ist die Teilnahme von Stefanie, Horst und Bernd Krayer vom „bike und fun Radshop“ aus Schwetzingen, die die Truppe permanent begleitete, ausgiebig mit Proviant versorgte und die Übernachtungen in den Etappenorten organisierte.

Gleich am ersten Tag mussten die Tour-Teilnehmer mit dem Col de Jambaz, Col de la Columbiére, Col des Avaris und dem Col des Saisies die ersten vier Alpenpässe mit insgesamt 3.367 Höhenmeter auf der 151,3 Kilometer langen Strecke in den französischen Skiort Albertville überwinden. Auf der zweiten Etappe von der Olympia-Stadt nach La Fonderie über 135 Kilometer und 3826 Höhenmeter mussten mit dem Col de la Madeleine und dem Col de la Croix de Fer zwei weitere schwere Alpenpässe bewältigt werden. Auch mit den Wetterkapriolen der Bergwelt hatten die Radcracks zu kämpfen. Auf jedem der zwei Gipfel in 2000 Meter Höhe regnete es in Strömen, so dass auf den folgenden Abfahrten erhöhte Vorsicht geboten war. 

Die erste große Bewährungsprobe stand bei der dritten Etappe nach Briancon über 113,7 Kilometer und 3283 Höhenmeter an. Gleich zu Beginn mussten die Radcracks den berühmt berüchtigten 13 Kilometer langen Anstieg nach L`Alpe d´Huez mit seinen gefürchteten 21 Kehren überwinden. „Da hat schon so mancher Radprofi wertvolle Sekunden oder gar Minuten bei der Tour- de-France eingebüßt“, wusste Achim Sprotte zu berichten. Nebel mit Sicht unter zehn Meter, sowie frisch aufgetragener Split machte den Radfahrern auf der anschließenden 18 Kilometer langen Abfahrt schwer zu schaffen, so dass es auch zu einem kleinen, aber zum Glück, glimpflich verlaufenden Sturz kam.

Regen und Schnee bremste danach die Teilnehmer auf dem 2.646 Meter hohen Col du Galibier aus. Sonne, Regen und Schnee wechselten sich immer wieder ab. „Schön, dass wir morgens immer im Trockenen losfuhren, so war die Stimmung trotz schwindender Kräfte immer gut“, berichtete Tour-Organisator Thomas Claus.  

Auf der vierten Etappe über 123,6 Kilometer und 2923 Höhenmeter wurde mit dem Col d´ Izoard und dem 2.746 Meter hohen Col d´ Agnel, der dritthöchste befahrbare Alpenpass überquert, bevor die Radcracks nach einer 60 Kilometer langen, rasanten Abfahrt Busca, in der italienischen Poebene, erreichten. Am nächsten Tag stand die Königsetappe über 163,8 Kilometer und 4200 Höhenmeter auf dem Tourplan. Auf dem 2.350 Meter hohen Col de la Lombarde wurde die Grenze nach Frankreich wieder passiert, bevor der 2.802 Meter hohe Col de Labonette in Angriff genommen wurde.

Auf den beiden Schlussetappen mussten noch einmal die letzten Kraftreserven mobilisiert werden. Dabei stand bei hochsommerlichen Temperaturen am sechsten Tag fast eine für den Autoverkehr gesperrte “Flachetappe“ mit „nur“ 2.563 Höhenmeter und 163 Kilometer auf dem Programm. „ Die Etappen wurden von Tag zu Tag schöner, aber heute war die Schönste“ sagte die Powerfrau Regine Dunker, die alle Alpenpässe gefahren war, in Anbetracht der letzten zwei „Hügel“ auf der mit 2.636 Höhenmeter und 145,2 Kilometer langen Schlussetappe nach Sisteron. Selbst ein Gewitter, 30 Kilometer vor dem Ziel, konnte die Radfahrer nicht mehr aufhalten.

Auch für die Tour-Neulinge Andrea und Ralf Krauß hat sich die sehr lange Vorbereitung mehr als gelohnt. „Wir sind überglücklich die Tortur durchgehalten zu haben“, war das Ehepaar restlos begeistert.

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